Verbraucherwissen · 5 Min. Lesezeit

Etiketten und Pflichtangaben richtig lesen: Was Angaben auf Nahrungsergänzungsmitteln wirklich bedeuten

Beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln in Deutschland begegnen Verbrauchern zahlreiche Kennzeichnungen und Zahlenreihen. Doch was bedeuten diese Angaben im Einzelnen? Die europäische Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) und die deutsche Nahrungsergänzungsmittel-Verordnung (NemV) schreiben präzise Pflichtangaben vor, um höchste Transparenz und Sicherheit zu garantieren.

1. Die Zutatenliste: Reihenfolge verrät den Anteil

Zutaten müssen stets in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils aufgeführt sein. Ein hochwertiges Präparat zeichnet sich dadurch aus, dass der wirksame Nährstoff oder ein natürliches Trägeröl (wie MCT-Öl) ganz vorne steht. Achten Sie darauf, ob unnötige Füllstoffe, Magnesiumstearat oder Titandioxid enthalten sind.

2. Die Nährwerttabelle und der Referenzwert (% NRV)

Jedes Präparat muss den Gehalt der Nährstoffe pro empfohlener Tagesdosis angeben. Daneben steht der sogenannte NRV-Wert (Nutrient Reference Value). Ein Wert von 100 % bedeutet, dass eine Tagesportion die empfohlene Referenzmenge für einen gesunden Erwachsenen vollständig abdeckt. Höhere Werte sind bei bestimmten Vitaminen (wie Vitamin B12 oder D3) im Rahmen physiologischer Obergrenzen üblich.

3. Pflichtwarnhinweise sind ein Qualitätsmerkmal

Gesetzliche Warnhinweise wie 'Die empfohlene tägliche Verzehrsmenge darf nicht überschritten werden' sind keine Mängel, sondern streng vorgeschriebene Verbraucherhinweise nach § 4 NemV. Fehlen diese Angaben auf einem Produkt, handelt es sich meist um Importware, die den europäischen Sicherheitsstandards nicht entspricht.

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